Digitale Bildungsangebote gibt es inzwischen viele. Die schwierigere Frage ist nicht mehr, ob Schulen digitale Werkzeuge nutzen sollten. Die schwierigere Frage ist: Welche Angebote passen wirklich zur eigenen Schule und woran merkt man das?
Warum passende digitale Bildungsangebote schwer zu finden sind
Vielleicht willst du Projektarbeit unterstützen, Lernstände erfassen, Rückmeldungen einholen, Material bereitstellen, KI-Kompetenz vermitteln, Zusammenarbeit erleichtern oder ein Thema anschaulicher erklären. Dann beginnt die Suche: Lässt sich ein Angebot einfach ausprobieren? Passt es zur Lerngruppe? Kann ich es zuverlässig nutzen? Und lohnt sich der Aufwand für das, was ich erreichen möchte?
Wie Feedback bei der Auswahl digitaler Tools hilft
Für Edkimo ist klar: Digitale Bildung wird nicht allein durch neue Angebote wirksam. Entscheidend ist, ob Schulen herausfinden, was in der Praxis funktioniert. Welche Werkzeuge entlasten Lehrkräfte wirklich? Welche Angebote unterstützen Schüler·innen beim Lernen? Wo entstehen neue Hürden? Und was braucht ein Kollegium, damit aus einzelnen Tools echte Schulentwicklung wird?
Edkimo hilft Schulen dabei, solche Fragen regelmäßig zu stellen und auszuwerten. Das funktioniert fächerübergreifend und mit unterschiedlichen Gruppen: Schüler·innen, Lehrkräften, Eltern, Kollegien oder ganzen Schulgemeinschaften. So wird Feedback niedrigschwellig möglich, nicht als Zusatzaufgabe, sondern als Teil der gemeinsamen Entwicklung.
Was das Magazin „Digitale Bildungsangebote“ zeigt
Deshalb engagiert sich Edkimo auch im EdTech-Verband. Der EdTech-Verband bringt Anbieter digitaler Bildungslösungen zusammen und macht sichtbar, welche Themen, Produkte und Ideen den Bildungsbereich gerade bewegen. Einmal im Jahr veröffentlicht der Verband das Magazin „Digitale Bildungsangebote“. Darin stellen Unternehmen ihre Lösungen für Unterricht, Schulentwicklung und Bildungsorganisation vor.
Das Magazin hilft dabei, zentrale Fragen mit konkreten Beispielen zu füllen: Welche Lösungen gibt es für Unterricht, Feedback, Diagnostik, KI-Kompetenz, Inklusion oder Schulorganisation? Was leisten diese Angebote? Für welche Aufgaben im Schulalltag sind sie gedacht? So bekommen Lehrkräfte, Schulleitungen und Schulträger schneller ein Gefühl dafür, welche Möglichkeiten für die eigene Schule interessant sein könnten.
Was andere europäische Länder anders machen
In diesem Jahr enthält das Magazin außerdem einen Ländervergleich. Er schaut darauf, wie andere europäische Länder mit digitaler Bildung umgehen. Im Magazin werden mehrere Länder vorgestellt. Hier greifen wir nur einige Beispiele heraus, weil sie gut zeigen, welche Bedingungen digitale Bildung erleichtern und wo typische Hürden entstehen.
Belgien zeigt: Gute Ausstattung und Konnektivität sind wichtige Voraussetzungen. Sie führen aber nicht automatisch zu regelmäßiger Nutzung im Unterricht. Technik schafft Möglichkeiten, aber noch keine Routine.

Belgien zeigt, dass Infrastruktur wichtige Voraussetzungen schafft, aber noch keine Unterrichtsroutine garantiert. Quelle: Edkimo.
Österreich zeigt: Geprüfte Angebote und einfachere Beschaffungswege können den Einstieg erleichtern. Der Marktplatz Lernapps ist dafür ein spannendes Beispiel. Gleichzeitig ersetzt auch ein guter Marktplatz nicht Fortbildungen, Unterrichtsentwicklung und die gemeinsame Klärung darüber, was in der eigenen Schule gebraucht wird.

Österreich zeigt, wie geprüfte Angebote und einfachere Beschaffungswege den Einstieg in digitale Bildungsangebote erleichtern können. Quelle: Edkimo.
Estland, Finnland und die Niederlande zeigen: Digitale Bildung wird besonders stark, wenn mehrere Bedingungen zusammenkommen. Digitale Kompetenzen sind stärker im System verankert, Schulen haben Spielräume bei der Umsetzung, und digitale Werkzeuge werden eher als Teil normaler Unterrichts- und Schulentwicklung verstanden.

Die drei Länder zeigen, wie digitale Bildung stärker wird, wenn Infrastruktur, Nutzung, Schulentwicklung und pädagogische Professionalität zusammenspielen. Quelle: Edkimo.
Was Deutschland aus dem Vergleich lernen kann
Daraus folgt eine wichtige Richtung: Digitale Bildung funktioniert am besten, wenn sie nicht als Zusatzaufgabe behandelt wird. Sie gehört in den Unterricht, in die Schulentwicklung und in die pädagogische Professionalität.
Für Lehrkräfte in Deutschland ergibt sich daraus ein gemischtes Bild. In den vergangenen Jahren ist viel passiert. Digitale Medien sind im Schulalltag präsenter geworden, und viele Kollegien haben pragmatische Lösungen entwickelt. Gleichzeitig bleibt die Suche nach passenden Angeboten aufwendig.
Das Magazin „Digitale Bildungsangebote“ bietet dafür einen guten Einstieg. Es hilft, Lösungen kennenzulernen und den eigenen Blick zu erweitern. Unser Vorschlag: Nutzt den Überblick nicht nur zum Stöbern. Nutzt ihn als Anlass für eine gemeinsame Klärung: Welche digitalen Angebote könnten zu unserer Schule passen? Wo brauchen wir Entlastung? Was wollen wir ausprobieren? Und woran würden wir merken, ob es funktioniert?
Warum digitale Bildung Feedback braucht
An dieser Stelle wird Feedback wichtig. Ein Gespräch im Kollegium ist ein guter Anfang. Aber oft braucht es mehr als einzelne Eindrücke. Schüler·innen erleben digitale Angebote anders als Lehrkräfte. Eltern sehen andere Fragen. Schulleitungen und Träger achten auf andere Bedingungen. Wenn digitale Bildung gemeinsam entwickelt werden soll, müssen diese Perspektiven zusammenkommen.
Besonders wichtig ist dabei die Perspektive der Schüler·innen. Wie ein digitales Angebot im Unterricht ankommt, zeigt sich nicht nur in Nutzungszahlen, sondern auch in ihren Rückmeldungen. Wie solche Mitbestimmung im Unterricht aussehen kann, zeigen wir im Beitrag „Mitbestimmung im Unterricht: Wie geht es deiner Klasse wirklich?“
Genau dabei kann Edkimo unterstützen: mit kurzen Befragungen, schnellen Auswertungen und Feedback aus den Gruppen, die von digitalen Veränderungen betroffen sind. So wird aus einer Idee nicht nur ein Tool-Test, sondern ein nächster Schritt in der Schulentwicklung.
Digitale Bildungsangebote entdecken
Hier könnt ihr das Magazin online ansehen und herunterladen.
Und ja: Auch die gedruckte Ausgabe hat ihren Platz. Sie kommt im Mai in die Lehrerzimmer.