Warum Energie im Schulalltag so schnell verloren geht
Die Osterferien haben euch hoffentlich geholfen, im Schulalltag wieder etwas Energie zu sammeln und mal richtig durchzuatmen. Jetzt steht der Endspurt bis zu den Sommerferien an – Klassenarbeiten, Fachkonferenzen, Elterngespräche, Zeugnisse und bei manchen auch Abitur-Prüfungen. Die Schüler:innen sind vermutlich auch nicht gerade die Entspanntesten und daneben natürlich noch euer Privatleben. Puh! Ein ganz schönes Programm!
Die Zeit, das alles zu erledigen, ist knapp bemessen. Mehr Zeit könnt ihr nicht bekommen. Aber an der Schraube „Energie“ lässt sich drehen. Energie lässt sich auftanken. Aber wie?
Ein Blick in unsere Edkimo Oster-Umfrage zeigt: Viele von euch bewegen sich aktuell im Mittelfeld. Die Hälfte der Teilnehmer:innen schätzt ihr Energielevel auf etwa 5 von 10 ein. Einige fühlen sich gut aufgestellt, bei anderen sind die Akkus fast leer.

Die Ergebnisse unserer Oster-Umfrage zeigen: Viele Lehrkräfte bewegen sich beim Energielevel im Schulalltag im mittleren Bereich. Quelle: Edkimo.
Auch wenn die Ferien geholfen haben, den Akku aufzuladen, kehrt die Belastung im Alltag schnell zurück. Gerade im System Schule mit seinen vielen Anforderungen wird sie oft wieder zu groß.
Oft denken wir: „Ich bin einfach müde“ oder „Ich habe gerade keine Energie.“ Aber selten fragen wir uns, was dahintersteckt. Ähnlich ist es auch im Unterricht: Ohne gezieltes Feedback bleibt oft unklar, wie es der Klasse wirklich geht (mehr dazu in unserem Beitrag Wie geht es deiner Klasse wirklich). Was also tun?
Die Energiefass-Übung hilft dir, Klarheit darüber zu bekommen, was dir Energie zieht und was sie wieder auffüllt.
Energiefass-Übung: So bekommst du mehr Energie im Schulalltag

Die Energiefass-Übung hilft dir zu erkennen, was dir im Schulalltag Energie gibt – und was sie dir entzieht. Quelle: Edkimo.
1. Zeichne dein Fass
Nimm dir ein Blatt Papier und male ein großes Fass (oder einen Akku, wenn sich das stimmiger für dich anfühlt). Markiere spontan, wie voll es sich gerade anfühlt – ohne groß nachzudenken.
2. Was gibt dir Energie?
Schreib alles auf, was dein Fass füllt. Das sind deine Energiebooster.
Das können ganz verschiedene Dinge sein:
- bestimmte Situationen oder Aktivitäten mit bestimmten Menschen
- Bewegung, Sport
- Ruhe, Natur, Musik
- Ordnung oder Hausarbeit machen
- Dinge, die dir helfen zu dir selbst kommen
Sei möglichst konkret – je eindeutiger du das benennst, desto besser kannst du deine Energiebooster identifizieren.
3. Was zieht dir Energie?
Und nun schreib alles auf, was dein Fass leert. Das sind deine Energieräuber.
Was sind deine „Lecks“ im Fass?
- bestimmte Aufgaben
- bestimmte Themen oder Konflikte
- zu wenig Schlaf
- Medienkonsum
- hohe innere Ansprüche („Ich muss alles perfekt machen“, „Ich muss funktionieren“, „Ich muss für alle da sein“)
Auch hier gilt: so konkret wie möglich.
4. Reflexion und Umsetzung im Alltag
Schau dir dein Fass an. Nimm dir dazu etwas Zeit. Einige Dinge, die du aufgeschrieben hast, wirst du vermutlich nicht ändern können. Andere aber schon.
Überlege:
- Welche Energieräuber kann ich umgehen, aufschieben oder abmildern?
Vielleicht kannst du zum Beispiel einige von deinen Aufgaben delegieren oder später erledigen. Schwierige Themen könntest du später durchdenken oder mit anderen besprechen, um dich zu entlasten.
- Was kommt zu kurz, obwohl es mir guttut? Welche Energiebooster lassen sich regelmäßig in meinen Alltag einbauen?
Du musst nicht dein ganzes Leben umkrempeln. Oft reicht es schon, an einer kleinen Stellschraube zu drehen.
Was dir die Energiefass-Übung für deinen Schulalltag bringt
Wenn du dein Fass einmal ehrlich anschaust, passieren ein paar spannende Dinge:
👉 Du erkennst die Energieräuber
Oft sind es nicht die großen, offensichtlichen Dinge, sondern viele kleine Lecks.
👉 Du siehst, was dir wirklich gut tut
Und manchmal merkst du: Davon machst du gerade viel zu wenig.
👉 Du bekommst wieder ein Gefühl von Kontrolle
Statt „Ich bin halt erschöpft“ wird es zu:
„Ah, okay – daher kommt’s. Und da kann ich ansetzen.
Und das ist der eigentliche Punkt: Die Übung soll dich nicht dazu bringen, alles perfekt zu machen. Sondern dir zeigen: Du kannst deinen Energielevel beeinflussen.
Nimm dir diese Woche zehn Minuten Zeit und probiere die Übung einmal aus.